Die Arbeit am Verdorbenen
I-GING, 18. GU, WallStreet Gallery
41 Seiten, Hardcover, 23 Abbildungen, Handarbeit, Preis: 15,00 €
Cover
Der Künstler erzählt in diesem Buch von seinen Aktionen an der Berliner Mauer
und seinem Zusammentreffen mit den Angehörigen des Ministeriums für Staatssicherheit,
die eines Nachts vor die Mauer gekommen sind, um sich das Wundpflaster anzuschauen und
den Künstler aufzufordern, »den ordentlichen Zustand des
Antifaschistischen Schutzwalls wieder herzustellen«.
Peter Unsicker
Foto: Pamela Mattow, Berlin, 2006
1986 bezog der aus Heidelberg stammende Künstler sein Atelier in der Zimmerstr. 12 in Kreuzberg.
Die Berliner Mauer verlief in nur einem Abstand von 5,75 Metern vor seiner Tür.
Aus dem Raum zwischen der »Grenzmauer 75« und den Fassaden der Zimmerstraße schuf er den
»Erlebniskorridor deutsch-deutscher Geschichte«
Die 36 Quadratmeter große Projektionsfläche, die sich, blickte man durch das Galeriefenster
auf die Berliner Mauer,
abzeichnete, gestaltete der Künstler über drei Jahre hinweg. Die Arbeiten begannen mit dem Wundpflaster
und hörten mit der abschließenden Aktion »Ab in die Kiste« im November 1989 auf.
Während und nach dem Mauerfall feierte Peter Unsicker zusammen mit seinen Freunden die »Revitalisierung« des Todesstreifens». Im Zusammenhang mit der Gründung eines OST-WEST-Cafés fanden Treffen, Performances und Konzerte im ehemaligen »Handlungsbereich der Grenztruppen« statt.
Vorwort von Ken Smith
“WORK ON WHAT HAS BEEN SPOILED” aus dem Buch “Berlin: Coming in from the cold”
by Ken Smith
Chapter: “Writings on the Wall”,
Peter lives beside the Wall in Zimmerstraße, near Checkpoint Charlie, close to the old flash point.
What's left of the street on the Western side is the metre of Eastern territory that is the pavement,
so the way by the Wall here is a dark alley between the Wall and the short bomb-remaindered row of tall crumbling houses,
in one of which Peter lives. His front door is in West, but the path in front of it is in the East.
He is a sculptor, working mostly in wood, sometimes in plaster, leather, stone, bone.
There's a hollowed bone in which he's placed East and West marks, a pun on die Mark, money, and das Mark,
marrow, on the artificial separation of East and West, and of their currencies.
It's wood he loves - its grain and flow, its texture, colour, smell. And working it, chisel and file,
silence, patience. Hard by the Wall he has a gallery, a white room,
where he works at the back by a wood stove on which the teapot stands,
surrounded by his sculptures and his tools, making.
By the door there is a tall carved figure with a revolving head on a string.
Der Krieg vor meiner Tür
Peter Unsicker spricht ...
... über die Begegnung mit einem US-Soldaten,
der nach der Wende sein Atelier besuchte
und die Ausstellung »Krieg vor meiner Tür«
betrachtete.
Video: Ralf Gründer, 21.04.2006
Foto: Peter Unsicker, Berlin, 1986
Foto: Peter Unsicker, Berlin, 1989
Andradi · Mauer-Performance.