Die Demarkationsline und der »Eiserne Vorhang«

Der Begriff »Eiserner Vorhang« wird seit Ende 1945 angewandt. Nachdem die Westmächte allmählich über das totalitäre Wesen der SU Klarheit erreicht hatten, wurden die Grenzsicherungen, mit denen sich die SU seit 1948 von der nicht-kommunistischen Welt abschotteten und ihren eigenen Bewohnern die Flucht unmöglich machten, als »Eiserner Vorhang« bezeichnet. Am 12.05.1954 warnte Churchill Truman telegrafisch vor dem »Eisernen Vorhang«, hinter dem sich »die kommunistische Tätigkeit« für eine Sowjetisierung Ost- und Süd-Ost-Europas auswirkte. Aus Furcht vor den Kräften der freiheitlichen Ideen der Demokratie riegelten sich auch jene Länder mit einem »Eisernen Vorhang« ab, die von der SU abhingen. Dazu gehörten die SBZ Deutschlands und die übrigen kommunistischen Staaten (so Rotchina und Nordvietnam).

Die Demarkation

Diese Linie ist keine Grenze, sondern eine De­mar­ka­tionslinie, die die Besatzungstruppen der SU von denen Großbritanniens und der USA scheiden soll. (s. Karte) Diese D. war von der SU, den USA und Großbritannien schon am 14.11.1944 fest­ge­legt und am 6.2.1945 in Jalta bestätigt worden. Die beiden damaligen Hauptpartner der Sowjets bedachten nicht, daß die SU versuchen könnte, sie in eine Staats-, Sozial- und Kulturgrenze um­zu­wan­deln.

Als Demarkationslinie wurde diese Linie auch von den Verwaltungen und Polizeistellen der SBZ bis zu der Grenzmaßnahmen-Verordnung vom 3.5.1956 bezeichnet. Seitdem wurde sie amtlich »Grenze« genannt, seit 16.11.1957 (Staatsgrenze West).

Quelle: Die SBZ von ABZ, Seite 100 – 101, Hrsg. vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen, Bonn 1966

Historischer Abriß

Die Trennlinie zwischen der SBZ und der Bun­des­re­pu­blik verläuft von der Lübecker Bucht nach Süden bis an die Elbe, schließt Mecklenburg, die ehemalige preußische Provinz Sachsen sowie Thüringen ein und trifft ostwärts vor Hof auf die tschechoslowakische Grenze. Sie ist 1391 km lang und zerschneidet 32 Eisenbahnlinien, 3 Auto­bahnen, 31 Bundesstraßen, 80 Landstraßen l. Ordnung und 60 der 2. Ordnung sowie Tausende von öffentlichen Gemeindewegen und privaten Wirtschaftswegen.

Seit 1952 besteht außer Wachttürmen und elek­trisch geladenem Stacheldraht auf der sow­jet­ischen Seite der D. ein.

Auf der Demarkationslinie duldet die Regierung der SBZ nur wenige Übergänge (Kontrollpunkte), die nach Auffassung des freien Deutschland nicht als Grenzübergänge bezeichnet werden dürfen.

Quelle: Die SBZ von ABZ, Seite 100 – 101, Hrsg. vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen, Bonn 1966

Gegenwärtiger und zukünftiger pionier- und signaltechnischer Ausbau

Gegenwärtiger pionier- und signaltechnischer Ausbau - Staatsgrenze zur BRD

Vorschlag zum weiteren pionier- und signaltechnischen Ausbau

Der perfektionierte Antifaschistische Schutzwall sollte verstärkt im Bereich des freundwärtigen Zaunes (Hinterlandzaun) An­griffe aus dem eigenen Hinterland abwehren; mit anderen Worten, DDR-Flüchtlinge frühzeitig ent­deck­en und fest­nehmen bzw. vernichten.
Quelle: „Mauer-Marketing” unter Erich Honecker, Bd. II - Anhang.

Hötensleben

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Interview mit Achim Walther ...

über das Leben im Grenzbereich nach den Absperrmaßnahmen vom 28. Mai 1953.

Herr Walther war maßgeblich daran beteiligt, gegen Widerstände von allen Seiten, die Grenzsperranlagen der DDR im Bereich von Hötensleben als Mahnmal und Museum vor dem Abriß zu retten.

Gedenkstätte Hötensleben

Foto: Ralf Gründer, 08.10.2005

Hinterlandsicherungsmauer, Spu­ren­sicher­ungs­strei­fen, Grenz­sig­nal­zaun, Licht­sperre, Schuß­feld und Führ­ungs­stelle der ehe­ma­li­gen Grenz­sperr­an­la­gen der DDR im Be­reich von Hö­tens­le­ben.

Sperranlagen Hötensleben

Foto: Pamela Mattow, 08.10.2005

Sicherungszäune der ehemaligen DDR-Sperranlagen bei Hötensleben. Gestaffelte Zäune und Lichtsperrren sollten die »Republikflucht« ver­hindern. Wichtigstes Sperrelement waren jedoch die DDR-Grenz­sol­da­ten, der darauf vergattert waren, „Grenzdurchbrüche” unter keinen Umständen der Lage zuzulassen.


Sein privater Fuhrpark ...

... bestand zeit­wei­lig aus 14 Au­tos. Glanz­stück war ein gras­grü­ner Range Ro­ver, der, wie auch ein zweites Ex­em­plar der­sel­ben Marke und mehrere Mercedes-Ge­län­de­wa­gen, von einem West-Berliner Karosserie-Maßschneider aufgestylt worden war.

Aus: Erich Hon­ecker, eine deut­sche Bio­graphie.