Verboten: Berliner Mauerkunst
Eine Dokumentation von Ralf Gründer
ca. 352 Seiten, Hardcover, 378 s/w & Farbfotos, ISBN-13: 978-3-412-16106-4, Preis: 19,90 €
Ralf Gründer
Der Autor und Fotojournalist bei einem Spaziergang auf den Spuren der Berliner Mauer
(»Antifaschistischer Schutzwall«)
im Bereich der Liesenstraße, Berlin-Mitte.
Weitere Veröffentlichen:
Berliner Mauermalerei (CD-ROM für Windows)
Strafgefangener 382 - Vom Schicksal eines persischen Agenten in der DDR (DVD).
Klappentext
Der Autor beschreibt die Geschichte der Kunst an der Berliner Mauer. Schon vor dem 13. August 1961 war die Berliner Luft voller Propaganda. Bevor die ersten Graffiteure aktiv wurden, standen schon unzählige Schautafeln mit politischen Parolen entlang der Sektorengrenze. Nach dem 13. August 1961, mit der Errichtung der Mauer entstanden die ersten politischen Inschriften, z. B. DDR = KZ, IN TYRANNOS, Ihr KZ-Mörder, SED KZ. Als die DDR dann in den 70 Jahren die "Grenzmauer 75" aufstellte, bekamen die West-Berliner "Mondscheinflaneure" und "Stadtneurotiker" eine 3,6 m hohe und ca. 64 km lange glatte Betonleinwand, die sich extrem gut zur Bemalung eignete. Ab 1984 entstanden dann die großen flächendeckenden Bilder, die später mit der Mauer um die Welt gingen. Es wurde nicht nur gemalt! Bildhauer benutzten die Mauer für ihre Installationen und Filmemacher dokumentierten das Leben im Schatten der Mauer.
Kriterien für »Berliner Mauerkunst«;
»Berliner Mauerkunst« eine inhaltliche Darstellung:
Die Arbeiten an der »Grenzmauer 75« beinhalteten einfache Graffiti (Ich will mit dem Kopf durch die Wand),
aber auch komplexe Arbeiten. Häufig standen die Bilder in politischer Opposition zur DDR oder zur Weltpolitik.
Andere Künstler nutzen die Graffitiwand als Werbefläche für Ihre »Unternehmungen«.
Insbesondere in der zweiten Hälfte der 80. Jahre nahmen großflächige Dekorationen der Mauer zu.
Mit dem Fall der Berliner Mauer hörte »Berliner Mauerkunst» auf zu existieren.
Als Kriterien der »Berliner Mauerkunst« können betrachtet werden:
1.) Illegales Einreisen bzw. Betreten der DDR,
2.) illegales Arbeiten bzw. Beschreiben, Bekleben, Verzieren und Bemalen der nach Berlin (West) weisenden
»Grenzmauer 75« oder des Vorderlandzauns (Grenzzaun I).
3.) Die Berliner Mauer war ein Teil des »Antifaschistischen Schutzwalls«.
Ca. 8000 Grenzsoldaten der Grenztruppen der DDR hatten den Befehl, »Grenzverletzungen«
nicht zuzulassen und »Grenzverletzter« zu vernichten.
Keines dieser Kriterien trifft auf heutige Mauern, Wänden oder Fassaden in Berlin zu!
Künstler an der Berliner Mauer waren:
Yadegar Asisi, Christian Benazet, Franco Bartoletti, Jonathan Borofsky, Christophe Emanuel Bouchet, Kiddy Citny, Gerd Conradt, Jean-Yves Dousset, Mark Eins, Stephan Elsner, Ron English, Rainer Fetting, Michael Gremenz, Jürgen Große (Indiano), Alexander Hacke, Richard Hambleton, Keith Haring, Kain Karawahn, Deborah Kennedy, Nikolaus Lang, Mutoid Waste Company (Robin Cooke), Thierry Noir, Ewa Partum, Anton Roca, John Runnings, Marianne Sanders, Jürgen Mann, Birgitt Scharpf (Blümchen), Uli, Peter Unsicker, David Wojnarowicz u.a.
Fotografen
H.-J. Burmeister, Dr. Wulf Eichstädt, Michel Folco, Massimo Golfieri, Ralf Gründer, Manfred Hamm, Charles Herold, Sigurd Hilkenbach, Wolfram Jacob, Christian Jungeblodt, Pamela Mattow, Wolfgang Mrotzkowski, Helmut Newton, Gabi Noir, Thierry Noir, Eva Maria Ocherbauer, Virginia M. Raimundi, Henry Ries, Archiv Versöhnungsgemeinde, Peter Unsicker u. a.
Rezensionen
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Die Kunst als Funktion
“Die Kunst ist eine gesellschaftliche Funktion. Dies ist keine marxistische Forderung, sondern das ergibt sich aus der Art und Weise, wie Kunstformen bestimmt werden. Nur solche Dinge werden als Kunstformen anerkannt, die eine bewußte gesellschaftliche Funktion besitzen. Die Phantasien eines Träumers sind nicht Kunst.”
Christopher Caudwell, 1973

